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Saison 1952/1953
17. Spieltag - So., 11.01.1953, 14:30 Uhr
VfB Stuttgart - SpVgg Fürth
2:2 (2:0)
Kopschüttelnd, nachdenklich kehrten die meisten der 16 000 Zuschauer heim. Sie hatten ein Spiel gesehen, das zuerst geradezu einschläfernd wirkte nachher aber dramatisch wurde. 2:0 lag der VfB bis zur 71. Minute in Führung, um dann schließlich froh zu sein, dass es wenigstens zu einer Punkteteilung gereicht hatte. Fürth erwachte im letzten Drittel und erzwang ein 2:2. Gewiss, es war Glück dabei, aber es war auf Grund der physisch starken Leistung und des zähen Kampfwillens, der diese Mannschaft auszeichnet, andererseits auch nicht unverdient. Ein Spiel voller Gegensätze! Das Niveau war mitunter geradezu zweitklassig. Die Fürther hatten zunächst eine klägliche Rolle. Man glaubte schon an eine katastrophale Niederlage. Es war eine halbe Stunde vergangen, da lag der VfB 2:0 in Führung und nichts deutete darauf hin, dass sich an der Überlegenheit des VfB etwas ändern würde. Die Fürther zappelten im rot-weißen Netz. Sie hatten es in erster Linie Vorläufer und Gottinger zu verdanken, dass es nicht ein Mammutergebnis vor dem Pausenpfiff gab.
War das die vielgerühmte Spielvereinigung, war das jene Mannschaft, die den Tabellenführer Eintracht 3:0 abservierte? Ist das nun eine Mannschaft, die in Zukunft mitreden darf, wenn es um die beiden ersten Plätze im Süden geht? Ich muss offen gestehen: Ich kann diese Frage noch nicht beantworten! Es muss noch sehr viel im Ronhof geübt werden. Vor allem muss man in taktischer Hinsicht hinzu lernen. Fürth hat es dem Versagen des VfB-Sturms in den letzten 19 Minuten zu verdanken, dass es überhaupt in Tritt gekommen ist. Bei einem 3:0, das Waldner hätte herstellen können, wenn sein Schuss placiert gewesen wäre, würde man kaum von der anerkenswerten Energieleistung der Fürther sprechen können. Es war die letzte Rettung, dass Fürth Rechtsaußen Hoffmann in die linke Sturmseite beorderte. Dadurch wurde zusammen mit Schade und vorübergehend auch Appis ein Keil in die nicht immer standfeste VfB-Deckung getrieben. Und als Schade das 1:2 hergestellt hatte, da erst wurde Fürth mobil. Schon drei Minuten später verwandelte Schade einen Foul-Freistoß raffiniert über die rot-weiße Mauer hinweg zum 2:2. Trotzdem - der VfB hätte noch siegen können, aber auch die Fürther standen oft vor dem 3:2!
Es wäre verfrüht, ein allzu voreilig negatives Urteil über die Elf des Deutschen Meisters zu fällen. Fürth ist schließlich nicht irgendwer, obwohl die Mannschaft in spieltechnischer Hinsicht fast durchwegs enttäuscht hat. Aber der VfB-Angriff konnte sieh dennoch nur teilweise behaupten. Sein eindrucksvolles Spiel in der ersten Halbzeit riss nach der Pause ab.
Retter und Barufka möchte ich als die besten Spieler bezeichnen. Dagegen kam Schlienz infolge des Bodens nicht ins Spiel. Es fehlte keineswegs die Konzentration, aber ich vermisste doch die erfolgreiche Unterstützung des Angriffs. In der Abwehr quälte sich Steimle schon nach zwanzig Minuten mit einer Zerrung am Oberschenkel herum. Liebschwager wurde nach dem Wechsel wiederholt ausgespielt und Bögelein hätte bei dem Freistoß von Schade, der zum Ausgleich führte, vielleicht schneller reagieren müssen. Oder war ihm durch die eigene Abwehr die Sicht verdeckt?
Fürth lieferte, wie schon gesagt, bis zur 70. Minute ein harmloses Spiel. Dann platzte der Knoten. In der Deckung gefielen Knoll, Vorläufer und Gottinger. Im Angriff ragten Schade und Hoffmann in den letzten 20 Minuten heraus. Linksaußen Brenzke blieb bis zum Schluss ein glatter Ausfall. Osterhorn spielte besser als erwartet, ohne sich jedoch gegen Barufka durchsetzen zu können.
Schiedsrichter Bernbeck (Frankfurt) lieferte eine schwache Partie. Er benachteiligte beide Mannschaften, vor allem aber die Fürther.
VfB Stuttgart: Bögelein - Liebschwager, Steimle - Schlienz, Retter, Barufka - Baitinger, L. Kronenbitter, Waldner, Krieger, Blessing - Trainer: Georg Wurzer
SpVgg Fürth: Höger - Knoll, Erhard - Mai, Vorläufer, Gottinger - Hoffmann, Osterhorn, Schade, Appis, Brenzke - Trainer: Hans Krauß
Tore: 1:0 Krieger (21.), 2:0 Baitinger (28.), 2:1 Schade (71.), 2:2 Schade (74.)
Schiedsrichter: Bernbeck (Frankfurt)
Zuschauer: 16000
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