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Saison 1952/1953
22. Spieltag - So., 15.02.1953, 14:30 Uhr
SpVgg Fürth - 1860 München
0:0
Als wichtigste Erkenntnis blieb, dass noch so perfekte Techniker wie Bauer oder Osterhorn ohne kämpferische Qualitäten die Hälfte ihres Wertes verlieren. Dabei glaubte man im Fürther Lager, dass gerade sie sich auf dem glatten Boden gut aus der Affäre ziehen würden. Das war ein Trugschluss mit ernsten Folgen, denn gerade Osterhorn hatte mehr als einmal den Siegtreffer vor den Füßen. Er versagte in diesen Augenblicken, weil er nicht um den letzten Meter Boden kämpfte und nicht hart genug im Einsatz war.
Die „Kleehlättler" scheiterten zunächst an ihrem unzulänglichen Klein-Klein-Spiel, später an der nicht zu übertreffenden Abwehrleistung der Gäste, die ihrem Namen alle Ehre machten. Das Glück, das den Münchenern in reichem Maße zur Seite stand, hatte die Träger des Symbols heute ganz und gar verlassen. Und in den turbulenten Szenen vorm 60er Tor behielten "Peperl" Strauß und der alles überragende Gebhardt Ruhe und Nerven. Die Fürther mussten auch weit mehr um jeden einzelnen Ball kämpfen als die „Löwen", weil das Zuspiel aus der Läuferreihe große Mängel aufwies. Der Fleiß Mais oder Helbigs konnte diese Schwächen nicht verdecken, so dass selbst Knoll und Erhard gegen Schluss mit gegen das Münchener Tor stürmten. Die Festung schien jede Minute sturmreif - da rettete Strauß im Fallen, war das Bein Gebhardts dazwischen oder hielt der unverwüstliche Pledl seinen Kopf hin. Und Fürth verzweifelte dennoch nicht, aber es konnte das Glück nicht zwingen.
1860 hat keinen Grund zur Resignation infolge seines Tabellenplatzes. Diese Elf hat die Zukunft der jungen Talente. Wer kannte einen Gebhardt noch vor Wochen? Schade wird am besten ein Urteil über ihn abgeben können, denn so sicher hat ihn ein Stopper in den letzten Monaten wohl kaum gehalten. Dabei war Schade fast so lebendig wie in seinen letzten großen Spielen. Dieser Gebhardt ist ein Muster an Konsequenz, ein unerbittlicher Beschatter Schades gewesen. Und wäre nicht Wechselberger schon gleich zu Beginn am Oberschenkel durch eine klaffende Risswunde verletzt worden, Gottinger hätte es noch schwieriger gehabt, diesen drangvollen Burschen zu bremsen, der ihm auch jetzt noch Mühe machte und dessen Ballführung und Ballannahme dem Kenner imponierten.
Scherer, erbarmungslos im Zupacken des Gegners, Weskamp, fast ein bisschen zu sorglos, aber routiniert wie ein Alter, Link, die spielerische Eleganz in Person, aber leider nicht immer mit dem Blick für den Raum oder den freistehenden Mann - das waren Aktivposten, die dem Spiel der Münchener Linie gaben. Dass der kleine Zausinger nicht so zum Zuge kam, wie er sich das vor Spielbeginn ausgerechnet hatte, lag an dem hart dazwischenfahrenden Erhard, der glänzend disponiert dem guten „Zauserl" den Schneid abkaufte. Und doch versuchte es der wieselflinke Rechtsaußen immer mit neuen Tricks. Der „Löwen"-Sturm büßte von seiner Wirkung viel dadurch ein, dass Lauxmann und Link zu weit zurückhingen und ersterer noch von seiner früheren Form entfernt ist.
Die wichtigsten Abschnitte des Spielverlaufes Fürth beginnt mit schnellen Angriffen über die Flügel, diktiert 15 Minuten eindeutig das Spielgeschehen. Als 1860 ausgeglichenes Feldspiel erzwingt, wird der stärkste Stürmer, Wechselberger, verletzt. Zehn Minuten vor der Pause erneuter Fürther Generalansturm. Ein Tor liegt in der Luft. Nach Wechsel zieht 1860 sofort die Halbstürmer zurück - der Plan ist offensichtlich! das 0:0 halten! Fürth rennt weitere 30 Minutei pausenlos gegen das 60er Tor an - vergebens Turbulente Szenen, Torschüsse aus allen Lagen auf das 60er Tor. Das kostete Kraft, so dass 1860 gegen Schluss noch einmal anzog und fast Fürths Abwehr in Verlegenheit gebracht hätte.
Schiedsrichter Albert leitete zufriedenstellen und ließ sich durch Zufälligkeiten des tückischen Bodens nicht irritieren.
SpVgg Fürth: Höger - Knoll, Erhard - Mai, Gottinger, Helbig - Hoffmann, Osterhorn, Schade, Appis, Bauer - Trainer: Hans Krauß
1860 München: Strauß - Pledl, Weskamp - Scherer, Gebhardt, Hasenstab - Zausinger, Lauxmann, Wechselberger, Link, Hornauer - Trainer: Fred Harthaus
Schiedsrichter: Albert (Augsburg)
Zuschauer: 6000
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