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Saison 1952/1953
24. Spieltag - So., 01.03.1953, 15:00 Uhr
SpVgg Fürth - Stuttgarter Kickers
0:0
Was wir im letzten „Sport-Magazin" andeuteten, ist eingetroffen: Nürnberg-Fürth sah zum drittenmal hintereinander ein Null zu Null. Reizt nicht eine solche Tatsache zur Untersuchung der Systemfrage?
Aber lassen wir den Beteiligten selbst das Wort. Fürths Spielausschussmitglied Karl Schnitger sprach davon, daß die sich langsam wieder bemerkbar machende offensive Spielweise heute einen erneuten Rückschlag erlitten habe, weil die Kickers nach der Pause hinten dicht gemacht hätten. Aber Kickers-Trainer Kuno Krügel wehrte sich. „Meine jungen Leute sind konditioniel noch nicht so weit, daß sie volle 90 Minuten durchstehen können. Ich war deshalb darauf bedacht, die Abwehr stark zu machen, und nahm aus diesem Grunde Dreher nach der Pause zurück, von dem ich weiß, dass er Ruhe und Zuversicht in die Hintermannschaft bringen kann. Der ständige Fürther Druck zwang mich zu dieser Maßnahme. Und außerdem haben sich die Abstiegswolken am Kickers-Horizont noch keinesfalls ganz verzogen."
Das klang schon eher verständlich.
Zuschauer und Fachleute kritisierten jedoch die Nominierung Erhards, der schon verletzt aufs Spielfeld ging und sich - dazu noch in halblinker Position - als Hemmschuh erwies. Ein Vorwurf, der schon zum Teil berechtigt ist. „Dennoch hätte Fürth das Spiel klar gewinnen müssen, ließ Kickers-Trainer Krügel verlauten. „Aber es wurde zuviel in die Breite gespielt."
Wenn Ecken als halbe Tore gewertet würden, dann hätte es für die Kickers schlecht ausgesehen. 12:1 für Fürth beweist eine fast 80 Minuten anhaltende Überlegenheit der Gastgeber. Und als Bechtold einen Schuss Osterhorns unter dem Körper ins Tor rutschen ließ, traf Schiedsrichter Tischler seine fast einzig richtige Entscheidung. Denn in diesem Augenblick stand Hoffmann wirklich abseits. Sonst aber stand der Unparteiische mit dem Regel-ABC auf Kriegsfuß.
Fürth scheint mit seinem Glückssymbol, dem Kleeblatt, in Zwiespalt zu stehen. Beherrschendes Mittelfeldspiel führte zu keinen Erfolgen, weil ein wirksamer Riegel am Kickers-Strafraum den Weg zum Tor versperrte. Dreher, als die Gehirnzentrale der Abwehr, und der schmucklos wirkungsvolle Herberger waren die Pfeiler der aufopferungsvoll kämpfenden Deckung. Hier liefen sich immer wieder die oft zügigen Kombinationen der Fürther fest. Schades Täuschungen machten wenig Eindruck auf diese beiden Routiniers. Hoffmann wurde erst im letzten Augenblick gebremst und selbst Osterhorns verbesserte Form schuf nicht jene Voraussetzungen, um die Kickers-Deckung entscheidend aufzureißen. Bechtold war schließlich ein vorzüglicher Hüter, der gefährliche Drehschüsse Schades oder Hoffmanns souverän meisterte und es einer großen Portion Glück verdankt, dass drei, vier prächtige Schüsse direkt auf seinen Körper prallten.
Fürths Hintermannschaft wurde kaum auf ernstliche Proben gestellt. Nach 20 Minuten wurde der Kickers-Angriff zu einer stumpfen Waffe und die wenigen Vorstöße wurden schon an der Mittellinie aufgefangen. Erst gegen Schluss, als sich die Stuttgarter mit Steilangriffen noch eine Chance auf das eine, vielleicht entscheidende Tor ausrechneten, gab es einige Situationen, die leicht ins Auge hätten gehen können. Aber zu diesem Zeitpunkt wurden Konditionsschwächen bei Schad, Dieter Maier oder Rühle erkennbar.
SpVgg Fürth: Höger - Frosch, Bauer - Mai, Vorläufer, Gottinger - Hoffmann, Osterhorn, Schade, Häfner, Erhard - Trainer: Hans Krauß
Stuttgarter Kickers: Bechtold - Herberger, Großmann - Lechler, Vogler, D. Maier - Scholz, Dreher, Schad, Rühle, Pflum - Trainer: Kuno Krügel
Schiedsrichter: Tischler (Karlsruhe)
Zuschauer: 9000
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