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Saison 1952/1953
25. Spieltag - So., 08.03.1953, 15:00 Uhr
SpVgg Fürth - TSG Ulm 1846
5:1 (2:1)
Seitens der Ulmer trug dieses Spiel den Stempel einer gewissen Resignation. Man scheint sich bereits mit dem Abstieg abgefunden zu haben,
Gegenüber dem Vorrundenspiel gegen den „Club" (3:2 für Ulm) hat die Elf nicht nur an Wirkung verloren, sondern ist auch konditioneil nicht stark genug, um sich in der zweiten Hälfte noch steigern zu können. Es gibt sowohl in technischer als in taktischer Beziehung gewisse Voraussetzungen, die ein Spieler mitzubringen hat, Fleiß und kämpferische Momente können diese Nachteile nicht ausgleichen. Wir haben das kaum jemals deutlicher gesehen als bei den Ulmern.
Spielführer Eberle bedauerte das Missverständnis, das die schnelle 1:0-Führung der „Kleeblättler" schuf. Er sah hierin einen entscheidenden Grund für das Auseinanderfallen seiner Mannschaft. Schließlich musste Fürth volle 45 Minuten kämpfen, um den Abwehrblock der Ulmer sturmreif zu machen. Erst dann fielen die Tore. Als Hain auf 2:1 verkürzen konnte, schien sich auch über Fürths Elf eine gewisse Depression zu legen, weil man mit Torwart Höger (zu Recht) haderte, der weit vor der Linie gestanden und keinen Finger gerührt hatte.
Schades Halbstürmerrolle wirkte sich auf das Fürther Spiel vorteilhaft aus, weil der beste Ulmer, Baumeister, seinem Wirkungskreis damit entzogen wurde. Häfner löste seine Aufgabe gegen den sich die Bälle immer wieder angelnden Ulmer Stopper zufriedenstellend und Osterhorn war auf dem linken Flügel weitaus besser als in der Halbstürmerposition, für die Bauer geradezu prädestiniert erscheint. Elegant und als ein wirklicher Könner in der Ballbehandlung zog er einen Angriff schöner als den andern auf. Das verstand auf der Gegenseite nur noch Hain, der aber im Gegensatz zu den Fürthern keinen Nebenmann hatte, der auch nur andeutungsweise das Prädikat „Stürmer" verdient. Es war kläglich, wie Gauß, zweimal frei vor Höger stehend, einmal über den Ball schlug, das andere Mal den Fürther Torwart anschoss, und Schoy in einer gleichen Situation ebenso versagte.
Nicht ganz so deutlich offenbarten sich die Gegensätze in den Abwehrreihen. Baumeister hielt einem Vergleich mit dem wirkungsvollen Vorläufer durchaus stand, Eberle war noch der beste der vier Verteidiger, weil er ein Pensum für zwei absolvierte, stark im Kopfballspiel war und seine Pässe sauber den Mann erreichten. Die Schlüsselstellung für ein erfolgreiches Sturmspiel war jedoch bei den Ulmern schwach besetzt. Und hier hatte Fürth in seinen offensiven Außenläufern Mai-Helbig ein so klares Übergewicht, dass Remlein-Grünsteudel nichts weiter übrig blieb, als sich defensiven Zerstörungsaufgaben zu widmen. Mai-Helbig schufen letzten Endes auch die Basis für den in dieser Höhe absolut verdienten Sieg ihrer „Kleeblättler", die besonders in der zweiten Hälfte massiv das Ulmer Tor bestürmten, manchmal aber, im sicheren Gefühl ihrer Überlegenheit, über das Feld spazierten als handele es sich um ein Trainingsspiel, bei dem das Toreschießen gar nicht so wichtig sei.
Häfners großartige Einzelleistung zum 3:1 spricht für sein Selbstvertrauen und Schades fünftes Tor war der Lohn für sein finessenreiches und doch uneigennütziges Spiel. Es war ein Tor, wie es nur Schade einfädeln und dann selbst schießen kann.
Schiedsrichter Schmetzer hatte ein leichtes Amt. Aber wie oft mag seine Pfeife wegen „Abseits" der Ulmer ertönt sein? Schätzungsweise dreißigmal. Und das spricht keinesfalls für die Gäste!
SpVgg Fürth: Höger - Frosch, Erhard - Mai, Vorläufer, Helbig - Hoffmann, Schade, Häfner, Bauer, Osterhorn - Trainer: Hans Krauß
TSG Ulm 1846: Köhler - Eberle, Gorniak - Remlein, Baumeister Grünsteudel - Gauß, Hain, Elzner, Ruoff, Schoy - Trainer: Alfred Beimel
Tore: 1:0 Osterhorn (1.), 2:0 Hoffmann (7.), 2:1 Hain (11.), 3:1 Häfner (54.), 4:1 Bauer (64.), 5:1 Schade (75.)
Schiedsrichter: Schmetzer (Mannheim)
Zuschauer: 6000
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