suche   |   kontakt  
  spieldetails   startseite » saison 1952/53 » lizenzmannschaft » oberliga sd
Saison 1952/1953
28. Spieltag - So., 12.04.1953, 15:00 Uhr
Viktoria Aschaffenburg - SpVgg Fürth
4:2 (2:1)

Als Fürths glänzender Techniker Osterhorn zehn Minuten vor der Halbzeit Hofbauer mit einem varietewürdigen Trick überlistete, aber anschließend das Leder steil gen Himmel jagte, hatte der Fürther Angriffszauber seinen Kulminationspunkt überschritten. Bis dahin waren Viktorias Außenläufer mit zusammengebissenen Zähnen im magischen Viereck der Kleeblätter umhergeirrt. Aschaffenburg drohte den Kombinationsränken, die Mai - Bauer - Osterhorn und Schade mit fast lässiger Eleganz in immer neuen Variationen schmiedeten, zu erliegen. Es hätte in der Tat schlecht für die Viktoria ausgesehen, wenn Buller nicht wieder äußerst eindrucksvoll den drängenden Hoffmann beschattet hätte und Giller - Richter nicht so großartig auf dem Damm gewesen wären.
Man wusste, dass dieses eine Tor, das der nach rechtsaußen rochierte Osterhorn in der 7. Minute mit energischem Schuss markierte, nicht zu einem endgültigen Erfolg der Fürther ausreichen würde. Tatsächlich vervollständigte Viktoria den Fußball-Lehrstreifen der ersten Halbzeit mit äußerst schwungvollen, unverschnörkelten Gegenangriffen, die gefährlicher waren als die der Fürther.
Der Umschwung traf die etwas konsternierten Gäste wie ein Blitz aus heiterem Himmel. 36. Minute: Hecht, der absolut nicht ins Spiel kommen will, bringt endlich einen halbhohen Pass zu dem dauernd an der Abseitsgrenze lauernden Budion. Zwei, drei Schritte, Höger hat keine Chance - 1:1 durch ein Abseitstor!
Aschaffenburg ist nun völlig entfesselt, Budion startet zwei Minuten später erneut ein energisches Solo. Knoll und Gottinger nehmen ihn übereifrig am Fünfmeter-Raum etwas unsanft in die Zange, Budion stürzt, Elfmeter! Eiskalt placiert Giller das Leder unhaltbar in die rechte Torecke - 2:1!
Vielleicht war diese Überstürzung der Ereignisse, die Ursache, dass Fürth nach dem Wechsel nicht mehr wiederzuerkennen war, denn Knoll beteuerte mir während der Halbzeit erregt, dass er sich Budion gegenüber keine Regelwidrigkeit zuschulden kommen ließ. Jedenfalls ließ sich nun die Fürther Abwehr von den temperamentvollen Aktionen der Aschaffenburger Fünferreihe völlig durcheinander bringen, so dass die Treffer von Schmitt und Budion fast zwangsläufig fielen.
Einzig und allein Horst Schade kämpfte um jeden Ball und bewies in allen Situationen seine große Klasse. Trotzdem hätten sich die Gäste nach ihrem ausgesprochenen Zerfall in der zweiten Halbzeit beinahe mit einer höheren Torspanne abfinden müssen. Sieber war bei allem Eifer kein ausreichender Ersatz für Vorläufer. Ein besonderes Lob verdienten sich die Gäste noch für ihr geradezu schulmäßig diszipliniertes Verhalten in Situationen, wo berechtigter Anlass zu Reklamationen bestand.

Viktoria Aschaffenburg: Schepper - Richter, Buller - Hofbauer, Giller, Zwanziger - Schiele, Hecht, Staab, Budion, O. Schmitt - Trainer: Ernst Lehner
SpVgg Fürth: Höger - Knoll, Erhard - Mai, Sieber, Gottinger - Hoffmann, Appis, Schade, Bauer, Osterhorn - Trainer: Hans Krauß
Tore: 0:1 Osterhorn (7.), 1:1 Budion (36.), 2:1 Giller (38., Foulelfmeter), 3:1 O. Schmitt (50.), 4:1 Budion (60.), 4:2 Mai (86.)
Schiedsrichter: Dusch (Kaiserslautern)
Zuschauer: 6000
Ist uns ein Fehler unterlaufen oder könnt Ihr weitere Informationen geben?
Dann schreibt uns bitte eine E-Mail!
« zurück