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Saison 1952/1953
30. Spieltag - So., 26.04.1953, 15:00 Uhr
SpVgg Fürth - Waldhof Mannheim
4:0 (0:0)
Wie viele Zuschauer mögen sich wohl, nachdem sie das klar herausgespielte 4:0 über Waldhof gesehen hatten, Gedanken über die soeben abgelaufene Saison gemacht haben? Warum wir das fragen? Ein Blick auf die Tabelle verrät unsere Gedankenspielerei: Fürths Elf blieb in elf Auswärtsspielen (!) ungeschlagen, gab jedoch in drei Heimspielen (VfR, FSV, Schweinfurt) sechs Punkte ab, die ihr nun bei der Endbilanz bitter fehlen. Nur mit drei Punkten Vorsprung erwarb sich der VfB Stuttgart die Teilnahme an der Deutschen Meisterschaft. Und wie leichtfertig vergab Fürth diesen zweiten Platz . ..
Wer Zeuge dieses letzten Spieles war, wird uns zugeben müssen, wie unberechenbar, wie schwankend in der Leistung die „Kleeblättler" zuweilen spielen. Streckenweise lief der Ball mit eleganter Präzision durch die Reihen. Schade rochierte, löste sich eifrig von seinem unerbittlichen Bewacher Lipponer, Appis pendelte, geschickt die Bälle verteilend, im Mittelfeld und Hoffmann fegte, von Mai oft trickreich freigespielt und bedient, die Linie entlang. In diesen Minuten wirkte Waldhof wie ein Trainingspartner. Rendler-Herbold sahen sich zu sehr in die Defensive gedrängt, als dass sie an die Verwirklichung von Offensivplänen hätten denken können. Und der Sturm versagte, weil weder Heim, Cornelius oder Gärtner den Ball halten konnten, auch nicht die körperliche Kraft besaßen, um Fürths Abwehr ernstlich zu gefährden.
Knoll-Vorläufer-Erhard (wobei uns der letzte durch seine Sachlichkeit am besten gefiel) standen unerschütterlich. Und doch vermochte Fürth das Spiel nicht schnell zu entscheiden, trotz aller Torchancen! Weshalb?
Die Elf will spielen, den Ball mit allen erdenklichen Tricks zuspielen, flach halten, kreiseln. Nur zu gern verliert sie hierbei die Sachlichkeit, den Blick für das unverschnörkelte, aber weitaus zweckmäßigere Steil-Spiel. Stellt sich kein Erfolg ein, erfasst die Mannschaft eine unergründliche Nervosität. Fehlpässe (Gottinger, Mai, Brenzke) häufen sich, das Spiel verliert jede Linie. So war es streckenweise auch diesmal festzustellen. Und wie leicht wäre alles! Die zweite Halbzeit bewies es.
Zehn Minuten Konzentration und entschlossene Schusskraft genügten, um Waldhof zu schlagen. Appis Direktschuss und Schades placierte 20-Meter-Bombe raubten vorübergehend der ehrgeizigen, von Lipponer aufmerksam dirigierten Mannheimer Abwehr die Übersicht. In diesen Minuten wankte Waldhof. Aber Fürth beraubte sich selbst weiterer Torerfolge, weil es allzu schnell wieder in sein Klein-Klein-Spiel verfiel.
Waldhofs Sorgenkind bleibt der Sturm, der - ohne Lipponer - an Zusammenhang verlor und ohne jeden Spielwitz wirkt. Würde Senior Herbold (er donnerte einen Freistoß guter hausbackener Qualität an die Querlatte) nicht ab und zu ein beherztes Solo wagen, bliebe die Angriffsreihe der Mannheimer ohne Belebung, ohne Impulse. Das soll viel heißen! Denn auf die Dauer kann eben selbst die sattelfesteste Abwehr, wie sie Waldhof in der ersten Halbzeit aufzuweisen hatte, einem anhaltenden gegnerischen Druck nicht standhalten.
SpVgg Fürth: Höger - Knoll, Erhard - Mai, Vorläufer, Gottinger - Hoffmann, Appis, Schade, Bauer, Brenzke - Trainer: Hans Krauß
Waldhof Mannheim: Lennert - Rößling, Schall - Herbold, Lipponer, Rendler - Heim, Mayer, Cornelius, Gärtner, Wagner - Trainer: Hans Wendlandt
Tore: 1:0 Appis (48.), 2:0 Schade (53.), 3:0 Schade (57.), 4:0 Bauer (83.)
Schiedsrichter: Rosenkranz (Kassel)
Zuschauer: 6000
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