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Saison 1966/1967
Freundschaftsspiel - Sa., 31.12.1966, 14:00 Uhr
SpVgg Fürth - 1. FC Nürnberg
0:0
Das 193. Derby der ehemaligen Hochburg war kein alltägliches Freundschaftstreffen. Es wurde zum Derby der Wahrheit. Für den Club fiel sie bitter, beinahe grausam aus; für die Fürther hoffnungsvoll, beruhigend. Die Leistungsunterschiede, die sich mit der Einführung der Bundesliga herauskristallisierten, sind in diesen 90 Minuten verwischt worden. Mehr noch: die Spitzenmannschaft der Regionalliga hatte kaum erwartete Pluspunkte aufzuweisen. Sie offenbarte die klarere spielerische Linie, operierte taktisch klüger und hatte am Ende sogar die bessere Kondition.
Das 0:0 ist bei dieser Betrachtung zweitrangig. Es hätte auch ein 1:1, 2:2, 3:3 oder - noch am ehesten gerechtfertigt - einen knappen Fürther Sieg geben können. In den ersten 25 Minuten konnte man von einem befriedigenden, schnellen Spiel sprechen. Auf den endlich mal wieder gut gefüllten Rängen herrschte Silvesterstimmung. Die Fürther bestimmten das Tempo; der Club ging mit. Leider fehlten zu den gezündeten Kanonenschlägen (diese Unsitte sollte man lassen!) die Tore. Knopf und Windhausen da, Renner und Miladinovic dort vergaben die Chancen.
Dann riss plötzlich der Faden. Der "faule Zauber" begann. Nach einem Foul von Billmann (keineswegs bösartig) schlug Miladinovic über die Stränge. Er gab den Anlass zu einer Kettenreaktion übler Entgleisungen. Schade, hatte uns doch der Jugoslawe bis dahin endlich bewiesen, warum er in seinem Land zur Spitzenklasse gehörte. Bei Halbzeit sprachen beide Trainer Fraktur. Die Spieler begriffen endlich, dass heile Knochen für beide Vereine in den nächsten Wochen gleichermaßen wichtig sind. Das Niveau war dennoch dahin, wenn man von 15 Minuten echt Fürther Ballschule absieht.
Die vielen Wechsel beeinträchtigten naturgemäß die Harmonie. Beim Club war man nach 90 Minuten nicht viel schlauer als vorher. Im Angriff lief nichts zusammen. Kein Witz, keine Ideen. Als Strehl ausschied, wurde es noch düsterer. Heinz Müller scheint schon jetzt überfordert. Ein Glück, daß sich Wenauer im richtigen Moment wieder gefangen hat. Mit Hilpert gab er der Abwehr Halt.
Am erfreulichsten aber und ein Hoffnungsstrahl für 1967: Preißlers Debüt als Außenläufer! Der 24jährige ist athletisch gebaut, kann kämpfen und aus der zweiten Linie schießen. Seine Duelle mit Knopf bildeten die Würze des Spiels. Der Fürther war der beste Stürmer des Feldes überhaupt. Jetzt hat ihn "Zapf" Gebhardt auch noch in Kondition gebracht. Albrecht war sein wertvollster Helfer. Im Mittelfeld übertraf diesmal Ehrlinger den sonst so überlegten Marchl. Außerdem überzeugten besonders Slatina als beweglicher "letzter Mann" und Derbfuß, wie die ehemaligen Cluberer, Albrecht und Billmann, von besonderem Ehrgeiz beseelt.
Resümee: Fürth müßte die Aufstiegsrunde schaffen. Der Club ist am Samstag gegen den VfB in Gefahr, wenn er sich nicht steigern kann.
SpVgg Fürth: Kraus - Derbfuß, Schmid - Billmann (46. Müller), Slatina, Marchl - Albrecht, Ehrlinger, Windhausen (35. Täuber), Knopf, Perras (65. Tauchmann) - Trainer: Robert Gebhardt
1. FC Nürnberg: Strich - Hilpert, Ferschl - Adelmann (46. Flachenecker), Wenauer, Preißler - Strehl (46. Greif), H. Müller, Renner (46. Schöll), Miladinovic (82. Adelmann), Usbeck - Trainer: Jenö Vincze
Schiedsrichter: Nützel (Neustadt/Aisch)
Zuschauer: 15000
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