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Saison 1980/1981
Freundschaftsspiel - Sa., 23.05.1981, 16:00 Uhr
1. FC Nürnberg - SpVgg Fürth
2:3 (0:2)
228. Derby

Die jüngste Ausgabe des ältesten deutschen Fußball-Derbys sollte ein Teil der Akteure so schnell wie möglich aus dem Gedächtnis streichen.

Auf diesem Polster schlummerten die Gastgeber vor gähnend leeren Rängen - nur 1860 Zuschauer hatten Geld für den gemütlichen Fußballnachmittag ausgegeben - im Nürnberger Stadion. Nur gut, dass sich die Gäste aus der Nachbarstadt dem Trott des Favoriten widersetzten und mit flotten Ballpassagen den Vollprofis einige Denkzettel mit auf den Heimweg gaben. Spielerisch hatte der Zweitligist auf alle Fälle mehr zu bieten, als die vermeintlichen Zauberer aus der ersten Bundesliga.

Wenigstens einen Zufriedenen gab es nach diesem Derby-Auftritt: Heinz Lucas. Der SpVgg-Trainer lobte in erster Linie die Spielfreude seiner Elf, „die nun selbstbewusst in das letzte Spiel der 2. Liga Süd gegen den VfR Bürstadt gehen kann. Meine Elf hat in einem Spiel ohne Nervenbelastung gezeigt, dass sie in den letzten Monaten große Fortschritte gemacht hat."

Im fairsten Derby der letzten Jahre durften die Fürther beinahe ohne jede Gegenwehr über die Mittelfeldachse Hinterberger, Orf und den jungen Amateur Fischer ihr Spiel aufziehen. Da sich die drei Sturmspitzen ständig freiliefen, sah die Clubabwehr dann oft schlecht aus. Und über den Schwachpunkt auf der rechten Verteidigerposition fielen dann auch alle drei Fürther Treffer. 

Nach langer Verletzungspause konnte Brendel seinen Raum nur notdürftig abschirmen. Dann leitete er auch noch die Vorarbeit zum 0:1. Kargus hatte einen Baier-Schuss (über den linken Flügel) gerade noch abgefangen. Den von Kargus abgeworfenen Ball ließ Brendel so weit abprallen, dass Metzler mühelos einschießen konnte. Auch vor Orfs Abstauber zum 0:2 sah der gelernte Mittelfeldspieler nicht gut aus. Hinterberger zog nach einer Körpertäuschung an ihm vorbei und jagte das Leder an den Pfosten. Orf stand dann goldrichtig. Das Dilemma auf der rechten Abwehrseite wurde zum dritten Mal deutlich, als Weyerich per Beinschere den Fürther Linksaußen Stempfle - wiederum war Brendel nicht im Bild - im Strafraum vom Ball trennen wollte. Ritschel verwandelte den Strafstoß.

Brendels Schnitzer halfen den Fürthern zwar in entscheidenden Szenen, doch ihm allein darf nicht alle Schuld aufgebürdet werden. Der Gesamteindruck der Club-Elf spiegelt sich im Resultat wieder: lustlos war die Tendenz. Ausnahmen machten lediglich Volkert, Weyerich und Stocker. Volkert mit einem trockenen Linksschuss nach Doppelpass mit Heidenreich und Stocker mit einem 25-Meter-Gewaltschuss wurden für ihre Bemühungen um den Spielfluss wenigstens noch mit Torerfolgen belohnt.

Chancen wurden zudem auf beiden Seiten noch genügend herausgespielt. Mit energischer Faustabwehr - das Leder fliegt jedoch zu oft unkontrolliert aus der Gefahrenzone - verschaffte sich der kleine Fürther Kastner Respekt. Kargus hatte auf der Gegenseite etwas weniger zu tun. Bei Ritschels Elfmeter flog er in die richtige Ecke, doch das Leder rutschte ihm jedoch über die Finger in den Torgiebel.
1. FC Nürnberg: Kargus - Brendel, Reinhardt, Weyerich, Beierlorzer (31. Stocker) - Eder, Schlegel, Hintermaier - Volkert (71. Heck), Frank, Heidenreich - Trainer: Fritz Popp
SpVgg Fürth: Kastner - Baier, Seelmann, Bergmann, Grabmeier - Fischer, Orf, Hinterberger - Metzler, Ritschel, Stempfle - Trainer: Heinz Lucas
Tore: 0:1 Metzler (16.), 0:2 Orf (41.), 1:2 Volkert (47.), 2:2 Stocker (60.), 2:3 Ritschel (71., Foulelfmeter)
Schiedsrichter: Roß (Ingolstadt)
Zuschauer: 2200
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