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Saison 1932/1933
Freundschaftsspiel - Mi., 31.05.1933, 21:00 Uhr
Grasshopper Zürich - SpVgg Fürth
0:1 (0:0)
Fußballspiele bei künstlicher Beleuchtung sind durchaus keine. "Erfindungen" unserer modernsten Sportepoche. In unserer "Englischen Eilpost", Nr. 2 des "Fußball", 1932, hat unser Englandmitarbeiter von einem "Kunstlicht-Fußballspiel" erzählt, das " vor 40 Jahren " die Manchester United als Versuchsballon steigen ließ. Das war natürlich keine so strahlende Angelegenheit, wie sie heute erst durch die Vervollkommnung der Beleuchtungstechnik möglich geworden ist; primitive Azetylenlampen von der früher bei nächtlichen Straßenarbeiten verwandten Sorie bildeten die Lichtquellen für den nächtlichen Kampf:
Den "Floodlight-Football-Versuchen der Engländer im White-City-Stadion zu Beginn dieses Jahres, die man im Anschluß an belgische Experimente in Brüssel gewagt hatte " in beiden Fällen zeigte übrigens das Publikum keine allzu große Begeisterung ", ließen nun die Schweizer ein "Licht-Treffen" in Zürich folgen, bei dem die SpVgg Fürth gegen die Grasshoppers im Schein von 80000 Kerzen antraten. Weit über 7000 Zuschauer " vorerst fallen Abschätzungen schwer bei Nacht " bekundeten ihr Interesse an der Scheinwerferanlage am Gast und auch am finalberechtigten Grasshoppers-Team. Nicht zuletzt an diesem, von dem ja bereits einigen Vertrauten kund war, daß es auf die Finals mit starken Handicaps in den Kampf ziehen müsse: Pasche, Hitrec, Trello verletzt, Baumgartner unabkömmlich, Rauch noch immer malad. Um es vorweg zu nehmen, leider hat sich in diesem Nachtspiel auch Minelli verletzt.
Hatten die Hoppers in Fauguel und Regamey ihre durch Langsamkeit und ungenaues Zuspiel sündigenden Akteure, so war bei Fürth eigentlich nur der linke Flügel im negativen Sinn hervorstechend. Denn selbst der nun schon 40jährige Hagen als linker Verteidiger zog sich gegen den, schnellen Adam jeweils mit allem Anstand aus der Affäre. Stark waren auf beiden Seiten die Verteidigungen, außergewöhnlich sogar bei Fürth der Torhüter, der viel, viel mehr gefährliche Schüsse zu meistern hatte als etwa Blaser, wenn auch die Kleeblätter " namentlich in der ersten Halbzeit " deutlich feldüberlegen waren. Aber die Hoppers, durch mangelnde Schnelligkeit oft genug distanziert, waren in ihren weniger zahlreichen Durchstößen viel gefährlicher Bei den Fürthern imponierte vor allem als Schütze Frank, wenn er auch seltener in den zürcherischen Torraum eindrang, als etwa im unseligen Länderspiel vor vier Jahren in Mannheim, wo die Fürther Schützenbude den schweizerischen Kasten allzu oft traf. Wenz im Tor, Zeis als rechter Back, Leupold I als fintender und dribbelnder und klug abspielender Leinberger-Nachfolger, der eminent rasche Full am rechten Flügel und dann eben Frank und auch Leupold II waren sicher Fürths beste Spieler. Die ganze Elf überraschte durch ein schnelles, flüssiges und in den Kombinationszügen recht variiertes Spiel, wobei sicheres Stoppen, sauberes Weiterleiten des Balls und Freistellen der Spieler Dinge. waren, die selbstverständlich waren.
Dieser mächtigen Elf gegenüber hielt sich Grasshoppers in seiner gewürfelten Zusammensetzung mehr als gut. Die Verteidigung, aus welcher Weiler I mit Abstand herausstach, hielt allen Angriffen stand, bis jenem einzigen, zehn Minuten vor Schluß erfolgenden, der durch ein Missverständnis zum Fürther Tor führte. In der Deckung wurde der aus London zurückgekehrte junge Welschschweizer Defago versucht. Als ihm das Tempo einmal saß, zeigte er genug Spielverständnis und kluges Abspiel. Die Außenläufer hingen jedoch etwas stark zurück, und Schneider in der Mitte allein konnte nicht allein nach vorn aufschließen, besonders, da er nicht genug an den Ball kam, da auch das Fürther Innentrio das Umgehen des Deckungspiloten beherrschte. Die Vernachlässigung des schnellen Adam in der zweiten Hälfte und die unverständliche Forcierung des meist zu spät startenden und unpräzis flankenden Regamey haben den Hoppers vielleicht das Remis gekostet, besonders da Sekulic arbeitete wie sonst lange nicht mehr und mit Xam zusammen oftmals so blitzschnell gradlinig nach vorn durchstieß, daß die gutgezielten Schüsse der beiden eigentlich sehr wohl ein Tor verdient hätten. Die Masse nahm lebhaften Anteil am Spiel.
Grasshopper Zürich: Blaser - Minelli (Weiler II), Weiler I - Defago, Schneider, Vernati - Adam, Fauguel, Sekulic, Xam Abegglen, Regamey.
SpVgg Fürth: Wenz - Zeiß, Hagen - Hecht, Leupold I, K. Krauß - Full, Emmert, Leupold II, Frank, Wolf
Tore: 0:1 Frank (85.)
Schiedsrichter: Schrumpf
Zuschauer: 7000
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