ROBERT SCHMID
Geboren 09.06.1938
Position Abwehr
Im Team ab Juli 1959
Im Team bis Juni 1970
In der Jugend bei der SpVgg seit Juli 1951
Nationalität Deutsch
Spätere Vereine Spielertrainer SK Lauf (1970-1973), PM Kickers im TV Fürth 1860 (1973-1976)

Ihm wurde vielleicht das Talent zum Fußballspielen nicht unbedingt mit in die Wiege gelegt. Aber er war ein Beweis dafür, dass Kampfkraft, Zuverlässigkeit, ein gutes Stellungsspiel und der Wille zum Erfolg oft mehr zählen als allein Talent, das nicht entsprechend genutzt wird. Damit soll jedoch nicht gesagt werden, dass Robert Schmid nicht verstanden hätte, Fußball zu spielen.

So konnte er sich nach dem Beginn seiner Laufbahn im Jahre 1951 im darauffolgendem Jahr mit unserer ersten Schülermannschaft bereits mit dem Bezirkstitel schmücken. In der Jugendmannschaft kamen dann weitere Erfolge hinzu. Garanten hierfür waren neben ihm Spieler wie Emmerling, Breitschuh und Schneider.

Die nächsten Stationen waren dann Juniorenmannschaft und Vertragsspielerreserve. Hier wurde man auf Robert Schmid aufmerksam, und es war nicht verwunderlich, dass der damalige Trainer Csaknady ihm im Frühjahr 1959 mit auf die Portugalreise nahm und erstmals in der ersten Mannschaft einsetzte. Im Anschluss daran kam dann der erste Punktspieleinsatz im Ronhof gegen Bayern München (2:3). Robert Schmid nahm damals den Platz für den gesperrten Gerhard Koch ein.

Anfang der Saison 1959/60 unterschrieb er einen Vertrag bei unserem Verein. Leider gelang ihm dann unter Trainer Schade nicht der Durchbruch, sodass man im darauffolgenden Jahr die Verbindung wieder löste. Der "Robert" spielte für unsere Farben als Amateur weiter und konnte zu mindest 1960 einen privaten Erfolg verbuchen, als er in den Hafen der Ehe einlief.

Im Juli 1961 übernahm Jenö Vincze im Ronhof das Trainerkommando. Der ungarische Fußballlehrer erkannte dann wieder die Möglichkeiten von Robert Schmid und zog ihn wieder zum Kader der 1. Mannschaft hinzu. Schmid sicherte sich durch gute Leistungen sofort seinen Stammplatz als linker Verteidiger. Ein erneuter Vertrag war dann im Herbst 1961 reine Formsache. Er integrierte sich schnell in die Mannschaft, in der mit Erhard, Geißler, Gottinger, Bauer, Ossi Schmidt, Schneider, Ehrlinger, Stumptner, Fürther, Schreiner und Emmerling bekannte Namen standen. Man spielte zu dieser Zeit in der Oberliga eine durchschnittliche Rolle, wobei vielleicht dem Kenner noch der 2:1-Sieg im Jahre 1963 über den späteren süddeutschen Meister 1860 München in guter Erinnerung ist.

Mit Beginn der Saison 1963/64 trat dann Robert Schmid zusammen mit unserem Verein durch die Einführung der Bundesliga den Weg in die zweitklassige Regionalliga an. In den folgenden Punktspielen enttäuschte die Elf die gesteckten Erwartungen. Gleichzeitig bewegte man sich jedoch auf der Pokalebene überaus erfolgreich. In bester Erinnerung sind vor allem noch die Spiele gegen den Hamburger SV.

So konnte man am 8. April dem HSV am Rothenbaum nach Verlängerung ein 1:1 abringen. Und dann kam der 15. April 1964. 25 000 Zuschauer säumten an diesem Mittwochabend den Ronhof, als unsere Elf in folgender Formation einlief: Toth, Gußner, R. Schmid, Fidelak, Emmerling, Ehrlinger, Brzuske, Knopf, Schneider, Tauchmann, Perras. Unsere Elf machte dem HSV das Leben schwer und ging nicht unverdient durch Brzuske mit 1:0 in Führung. Uwe Seeler gelang in der zweiten Halbzeit der Ausgleich. Verlängerung! Elfmeter für Fürth! Knopf verwandelte sicher zum 2:1. Das Spiel war aus und Robert Schmid zählte zu den Besten auf dem Platz. Der seinerzeitige Tabellenvierzehnte der Regionalliga Süd hat Seeler, Dorfel & Co., Sechster der Bundesliga und Pokalverteidiger, aus dem Rennen geworfen. Der nächste Gegner hieß Hertha BSC Berlin. Mit 3:4 unterlagen wir im Berliner Olympiastadion erst nach Verlängerung. Aus der Traum! Aber für Robert Schmid blieben unvergessliche Erinnerungen zurück.

Der graue Regionalliga-Alltag kehrte wieder zurück. Die Erfolge bleiben aus und man spielte eine mittelmäßige Rolle. Da wird Robert Schmid im Training schwer verletzt. Man stellt eine Gabelsprengung und einen Bänderriss fest. Seine Karriere scheint zu Ende zu gehen. Durch Verbissenheit kämpft er sich nach neun Monaten Zwangspause wieder an den alten Leistungsstand heran und absolviert in den Jahren 1966 und 1967 unter "Zapf" Gebhardt 67 von 68 Punktspielen. In der Saison 1966/67 verpasst unser Team knapp die Bundesliga-Aufstiegsrunde und nimmt hinter Offenbach und Hof den dritten Tabellenrang ein.

Inzwischen ist eine neue Spielergeneration herangewachsen. Robert Schmid wird 1967 in einer Mannschaft Spielführer, in der mit Löwer, Marchl, Kamp usw. neue Namen stehen. Im Jahre 1968 wird Robert Schmid durch eine Meniskusverletzung erneut zurückgeworfen. Acht Monate Pause folgen. Aber er schafft wieder den Anschluss und einen weiteren Höhepunkt 1969 als Intertoto-Sieger, nachdem man Djurgarden Stockholm, Zaglebie Sosnowicz und den Wiener SK hinter sich lässt. Die Reisen zu den Spielen sind nochmals unvergessliche Erlebnisse.

Eine Karriere findet langsam ein Ende. Im Sommer 1970 verabschiedet sich Robert Schmid mit 32 Jahren aus dem Ronhof. Er wird Spielertrainer beim Bezirksligisten SK Lauf. Ab 1973 jagt er dann nur mehr als Freizeitkicker in einer Fürther Privatmannschaft dem Leder nach. 1976 war dann endgültig Schluss.

Saisonhistory
Saison Verein Liga Liga-
Spiele
Liga-
Tore
Pokal-
Spiele
Pokal-
Tore
Weitere
Spiele
Weitere
Tore
1958/1959  SpVgg Fürth Oberliga Süd 5 0 1 0 0 0
1959/1960  SpVgg Fürth Oberliga Süd 2 0 0 0 0 0
1960/1961  SpVgg Fürth Oberliga Süd 2 0 2 0 0 0
1961/1962  SpVgg Fürth Oberliga Süd 25 0 2 0 3 1
1962/1963  SpVgg Fürth Oberliga Süd 28 2 2 0 3 0
1963/1964  SpVgg Fürth Regionalliga Süd 34 1 6 0 0 0
1964/1965  SpVgg Fürth Regionalliga Süd 32 0 3 0 0 0
1965/1966  SpVgg Fürth Regionalliga Süd 7 0 1 0 0 0
1966/1967  SpVgg Fürth Regionalliga Süd 33 5 3 0 0 0
1967/1968  SpVgg Fürth Regionalliga Süd 34 3 2 0 0 0
1968/1969  SpVgg Fürth Regionalliga Süd 8 1 0 0 0 0
1969/1970  SpVgg Fürth Regionalliga Süd 8 0 2 0 6 0


Aufschlüsselung "weitere Spiele":

1962: Oberliga-Totorunde
1969: Inter-Totorunde
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